Kommen Familien und Rentner bald doch wieder leichter an Immobilienkredite?

Kommen Familien und Rentner bald doch wieder leichter an Immobilienkredite?
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Seit März 2016 gelten die Verschärfungen für die Vergabe von Immobiliendarlehen. Banken und Finanzinstitute müssen im Rahmen dieser Verschärfungen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden genauestens prüfen mit der Folge, dass Rentner oder junge Familien kaum noch Baukredite erhalten. Eine Initiative der Finanzminister von Hessen und Baden-Württemberg will dies nun ändern und schon am Freitag einen entsprechenden Antrag im Bundesrat einbringen.

Ursprung der nun offenbar werdenden Schwierigkeiten ist die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Die Idee hinter dieser Richtlinie ist im Grunde genommen eine gute Sache, soll sie doch mögliche Überschuldungen von Verbrauchern vermeiden helfen. Doch gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Der Banken und Sparkassenverband wirft Bundesjustizminister Heiko Maas vor bei der Umsetzung der EU-Richtlinie über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Das Justizministerium wiederum sieht die Banken in der Verantwortung und meint diese würden vielfach die neuen Regelungen zu streng auslegen und im Zuge dessen weniger solvente Kreditnehmer vorsorglich gleich ganz ablehnen.

Benachteiligung bestimmter Gruppen von Immobilienkreditnehmern

In der Praxis kommt es nun tatsächlich häufiger zu Ablehnung von Immobilienkrediten. Ausschlaggebend für die Ablehnung kann das Lebensalter sein, oder aber auch die Befristung der Anstellung beispielsweise bei Zeitsoldaten, wenn die Befristung vor der Laufzeit des Baukredits endet. Die Finanzierung wird dann als unsicher eingestuft und abgelehnt. Im Extremfall bekommt die ältere Dame im Eigenheim dann einfach keinen Kredit mehr, um ihre Immobilie altersgerecht anpassen zu können. Junge Familien können dann ihren Traum vom Eigenheim im Grünen nicht mehr wahr werden lassen, wenn befristete Anstellungen vorliegen oder die Frau zum Familieneinkommen beiträgt, was bei einer möglichen Schwangerschaft wegfallen könnte. Auf diese Umstände sind die Finanzminister der Bundesländer Hessen und Baden Württemberg aufmerksam geworden, sie sehen vor allem junge Familien und Senioren benachteiligt. Das Bundesland Bayern will sich der Initiative der beiden Länder voraussichtlich anschließen. Schon Ende dieser Woche soll ein Antrag im Bundesrat erfolgen.

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