KfW Gründungsmonitor 2013: Immer weniger Deutsche machen sich selbstständig

KfW Gründungsmonitor 2013: Immer weniger Deutsche machen sich selbstständig
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Freiheit vom nervigen Chef, Selbstverwirklichung und viel Geld, so stellen viele sich das Leben von Selbstständigen vor. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Besonders Finanzschwierigkeiten bringen große Probleme mit sich. Die Folge: Immer weniger Deutsche haben Lust auf ein eigenes Unternehmen.

Auch in diesem Jahr erschien wieder der Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Titel passt zur aktuellen Situation „Gründungsgeschehen auf dem Tiefpunkt – kein Anstieg in Sicht“. Tatsache ist: Zum dritten Mal in Folge ist die Anzahl der Gründungen in Deutschland gesunken. Waren es im Jahr 2010 noch 941.000 Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, waren es ein Jahr später noch 835.000, 2012 dann 775.000. Vor allem der Anteil der Vollerwerbsgründer ist gefallen, von 45 auf 41 Prozent. Als Hauptgründe für den Rückgang macht die KfW vor allem die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie die Neuordnung des Gründungszuschusses aus. Dieser ist nun reine Ermessungsleistung, der Antrag muss viel früher gestellt werden, außerdem wurde die erste Förderphase von neun auf sechs Monate verkürzt. Die Folge: 2012 gründeten 32 Prozent Menschen weniger aus der Arbeitslosigkeit heraus. Daneben liegen zahlreiche Gründungshemmnisse vor, die nach Ansicht der KfW in den letzten fünf Jahren sogar noch zugenommen haben. So müssen Gründer hohe bürokratische Hürden überwinden, auch das hohe finanzielle Risiko sowie Finanzierungsschwierigkeiten erschweren den Einstieg in die Selbstständigkeit. Auch die hohe Belastung für die Familie darf nicht vernachlässigt werden, der durchschnittliche Vollerwerbsgründer arbeitet 48 Stunden und damit zehn Stunden mehr als ein Angestellter.

Großteil der Gründer benötigt Startkapital

Vor allem aber die unsichere finanzielle Lage schlägt vielen Gründern auf den Magen und erschwert auch später noch die Selbstständigkeit. Zwei Drittel der Gründer ist auf finanzielle Mittel für ihr Vorhaben angewiesen, 31 Prozent müssen sich dabei auf externe Quellen verlassen. Am häufigsten können Gründer hierbei Kredite von Freunden oder Verwandten nutzen, Bankdarlehen wurden von 30 Prozent in Anspruch genommen, 24 Prozent nutzten eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit. Doch Selbstständige müssen immer mit Zahlungsausfällen rechnen, bezahlen Kunden oder Auftraggeber nicht, geraten sie selbst in finanzielle Not. Selbst mit guter Auftragslage müssen Selbstständige und Freiberufler häufig auf Bankkredite zurückgreifen, um Nachzahlungen von Finanzämtern leisten zu können oder fehlende Zahlungen ausgleichen zu können. Laut Gründungsmonitor haben 20 Prozent der Vollerwerbsgründer bereits Finanzierungsschwierigkeiten beobachtet. Für 64 Prozent reichen die eigenen Mittel nicht, 48 Prozent haben Probleme mit Bankfinanzierungen, 15 Prozent mussten eine Absage des Gründungszuschusses hinnehmen, bei 12 Prozent wurden öffentliche Fördermittel abgelehnt. Vor allem für Solounternehmer ist der Druck groß, diese machen laut Gründungsmonitor 82 Prozent der Neugründungen aus. Fehlt das Feedback der Kollegen und das Geld, kommt schnell das Aus. Nach drei Jahren gab es 31 Prozent der Gründungsvorhaben nicht mehr.

Zum Vergleich >>> Kredit für Selbstständige