Die Europäische Zentralbank verstärkt ihre bisherige Niedrigzinspolitik

Die Europäische Zentralbank verstärkt ihre bisherige Niedrigzinspolitik
Bitte bewerten Sie diese Seite.

Einmal mehr hat die Europäische Zentralbank den sogenannten EZB-Leitzins gesenkt. Von zuletzt 0,05 Prozent wurde dieser wichtige Zins, zu dem sich die Banken Geld leihen können, nun auf 0,0 Prozent heruntergestuft. Neben der Senkung des Leitzinses auf ein historisches Allzeittief wurden nunmehr auch Negativzinsen auf Einlagen eingeführt. Womit dürfen deutsche Verbraucher in Sachen Geldanlage und Finanzen rechnen?

Zwar hatten auch Experten nicht mit einer Anhebung des EZB-Leitzinses gerechnet, dennoch kam die Nachricht von der Abschaffung dieses Zinses überraschend. Neben der Senkung auf Null dieses wichtigen Leitzinses, gab EZB Chef Mario Draghi gestern in einer Pressekonferenz auch die Steigerung von Negativzinsen auf Einlagen von Banken bei der Europäischen Zentralbank bekannt. Die bisherige Gebühr für Bankeinlagen betrug 0,3 Prozent und wurde nun auf 0,4 Prozent erhöht. Darüber hinaus hat die EZB auch das Budget für die Anleihekäufe erweitert, statt wie bisher 60 Milliarden im Monat sollen Anleihekäufe künftig im Umfang von 80 Milliarden Euro monatlich erfolgen.

Welche Auswirkungen können die erneute Leitzinssenkung und die Erhebung von Strafzinsen für die Verbraucher haben?

Für die Verbraucher hat die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank vor allem zwei Auswirkungen. Zum einen kann man davon ausgehen, dass Verbraucherdarlehen, Autokredite und Baufinanzierungen auch weiterhin ausnehmend günstige Zinsen aufweisen werden, auch wenn die Banken nur einen Teil des Niedrig(Null)Zinses an die Verbraucher weitergeben. Auf der anderen Seite stehen die Sparer mit ihren Einlagen im Tages- oder Festgeld, oder sogar Sparbuch. Nach erfolgten Einschnitten in den letzten Jahren bei der Guthabenverzinsung, kann auch in diesem Bereich keine Wachstumsprognose für die Guthabenzinsen in diesen klassischen und konservativen Geldannlageformen gegeben werden. Vielmehr bleibt anzunehmen, dass die Zinsen für Tages- und Festgeld stagnieren oder gar gesenkt werden. Verbraucher sollten sich beizeiten über alternative Anlageformen informieren, etwa über spezielle Sparpläne oder die Geldanlage mit ETF, um sich bessere Rendite-Chancen zu sichern.