Der Bildungskredit von Bundesverwaltungsamt und KfW

Lebenslanges Lernen – das ist heutzutage angesagt. Doch dafür muss auch das nötige Geld da sein: Vielfach kosten spätere Umschulungen oder das Nachholen von Studien- und Schulabschlüssen Gebühren, die erst einmal aufgebracht werden müssen. Zudem kann man in einem Vollzeitstudium nur schwerlich arbeiten, um ein Einkommen zu erwirtschaften – folglich muss man sich auch um ein ausreichend finanzielles Polster für die Lebenshaltungskosten bemühen. Unter solchen Umständen kann die Aufnahme eines Bildungskredits sinnvoll sein.

Bildungskredit – wie funktioniert das?

Das Bundesverwaltungsamt hat im Auftrag der Bundesregierung ein Bildungskreditprogramm aufgelegt, dass Menschen bei der Finanzierung eines Studiums, dem Erwerb von Schulabschlüssen oder inmitten einer Ausbildung unterstützen soll. Es gibt eine Reihe von Nachweisen und Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit man online, direkt bei der BVA einen solchen staatlich geförderten Bildungskredit beantragen kann, wie man auf der Seite der BVA ermitteln kann. Wichtigste Bedingung zum Erhalt eines Bildungskredits ist ein Studium oder eine Ausbildung, die nicht gerade erst begonnen wurden, sondern sich bereits im fortgeschrittenen Semester oder Ausbildungsjahr befinden. Eigenes Einkommen, oder das des Partners im gemeinsamen Haushalt, wird nicht als Nachweis herangezogen, anders als beim BAföG. Bildungskredite werden mit sehr günstigen Kreditzinsen angeboten, auf eine Bonitätsprüfung wird zudem verzichtet, da der der Staat in Form einer Bundesgarantie das Risiko für Kreditausfälle übernimmt.

Zielgruppe: Schüler, Auszubildende und Studierende

Der Bildungskredit kann direkt online bei der BVA beantragt werden. Das Bildungsdarlehen wird für bis zu 24 Monate als monatliche Ausschüttung in Höhe von 100, 200 oder 300 Euro gezahlt und sichert beispielsweise so die Lebenshaltungskosten während der Ausbildung, einem Praktikum oder dem Studium. Von 1.000 Euro bis zu 7.200 Euro kann die Darlehenssumme beim Bildungskredit betragen. Der Bildungskredit kann zudem flexibel angepasst werden, so sind beispielsweise jederzeit kostenlose Sonderzahlungen möglich, oder auch die vorzeitige Rückzahlung des Bildungskredits. Zusätzlich und ergänzend dazu können bis zu 3.600 Euro für Einmalaufwendungen mit Bezug zur Ausbildung beantragt werden. Der Bildungskredit wird in Kooperation mit der KfW ausgegeben. Nach dem Online-Antrag erhält man vom Bundesverwaltungsamt einen Brief mit der Kreditentscheidung und gegebenenfalls einem Kreditangebot in Vertragsform. Die KfW übernimmt dabei die Ausführung des Kreditvertrags, die monatliche Ausschüttung der Raten aus dem Bildungskredit und die Abwicklung der Rückzahlung. Der Bildungskredit bietet einen sehr günstig angesetzten effektiven Jahreszins von derzeit nur 0,73 Prozent und einen Sollzins in gleicher Höhe (Quelle: BVA, Stand 01.10.2018). Mit der Rückzahlung muss erst 4 Jahre nach Erhalt der ersten Ausschüttung gestartet werden, die monatliche Bildungskreditrate beträgt nur 120 Euro.

Kombination mit anderen Bildungsförderungen möglich

Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsförderprogrammen des Bundes kann der Bildungskredit auch mit anderen Angeboten zur Ausbildungsförderung kombiniert werden, zum Beispiel mit BAföG.

Online-Kreditantrag für Bildungskredit: Identitätsprüfung notwendig

Um von den günstigen Zinsbedingungen des Bildungskredits zu profitieren, stellen in Ausbildung oder Studium befindliche Personen einen Online-Kreditantrag bei der BVA. Da eine Identifizierung, wie bei jedem Kreditantrag üblich, durchgeführt werden muss, sollten Antragsteller hierfür eine Kopie ihres amtlichen Ausweisdokuments bereit halten. Zusätzlich sollte die kontoführende Bank oder eine andere dazu befugte Stelle diese Pass- oder Ausweiskopie an die KfW-Bank übermitteln. Dieses Vorgehen ist für eine zügige Bearbeitung des Bildungskreditantrags wichtig.

Alternativen zum Bildungskredit

In der freien Wirtschaft werden ebenso Darlehen für die Zielgruppe der Studenten und Auszubildenden angeboten. Hierbei kommt es, anders als beim Bildungskredit, zu einer Prüfung der Kreditwürdigkeit. Auch die Kreditzinsen fallen im freien Markt anders aus und werden vielfach in Abhängigkeit zur Bonität des Kreditnehmers berechnet. Auch sind die Rückzahlungsoptionen für solche Ratenkredite nicht bei jedem Kreditangebot flexibel, nicht immer sind kostenfreie Sondertilgungen oder kostenlose vorzeitige Rückzahlungen inklusive. Dafür braucht man beim Kreditantrag für ein normales Darlehen aber auch keine Ausbildungsnachweise erbringen und muss sich nicht mitten in Ausbildung oder Studium befinden.

 

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